Des Schicksals Kern – FATE CORE

„Simply put, Fate Core is the best version of Fate we can possibly make, built upon over a decade of play and design experience by Evil Hat, and with the Fate player community at large, taking the best lessons from all of gaming and distilling them into a cohesive, compelling whole.“  – Zitat von der FATE CORE-Kickstarterseite

FATE, schon lange kein wirklich kleines, süßes Nischensystem mehr, welches auf dem „besseren GURPS“ FUDGE aufbaut, erfreut sich spätestens seit der lang erwarteten Veröffentlichung des DRESDEN-FILES-Rollenspiels, basierend auf dem gleichnamigen, empfehlenswerten Romanzyklus von Jim Butcher (deutsch von Feder & Schwert), erhöhter Aufmerksamkeit.

FATE CORE COVER

FATE CORE Cover-Illustration. Copyright © 2012 Kurt Komoda.

Doch nicht nur im englischsprachigen Raum hat man die Qualitäten dieses erzählerischen Spiels erkannt: So erschien bereits 2011 das sehr metal-inspirierte Sword & Sorcery-Rollenspiel MALMSTURM (plus Welt), das eher generische FREEFATE erschien 2012 bereits in seiner dritten Auflage und als erstes deutsches Crowdfunding-Projekt über Startnext finanziert, veröffentlichte Kathy Schad von INDIE PRO ebenfalls in 2012 das sowohl hochwertig und für Rollenspiele bis dato ungewöhnlich produzierte FATE TO GO.

Nach einer kleinen Fantasy-Runde basierend auf SPIRIT OF THE CENTURY (die erste FATE 3.0-Umsetzung), war es dann spätestens nach Hannover spielt! 2012 passiert: FATE schickt sich an, das neue „Alles-Rollenspiel“ zu werden und somit den verdienten Herrscher Savage Worlds vom Thron zu stoßen.

Warum?  Aus rein subjektiven Gründen ist es, zumindest für mich nach (gefühlten) 10 Jahren, interessant auch mal etwas anderes zu haben, zu lesen und womöglich zu spielen. Darüber hinaus bietet FATE aber auch ein etwas anderes Spielgefühl: Es erlaubt den Spielerinnen und Spielern – je nach Belieben – etwas mehr in die Geschichte einzugreifen, sie nach ihrem Geschmack und für ihren Charakter treffend zu beeinflussen (neudeutsch Player-Empowerment). Es gibt weiterhin die „klassische“ Aufteilung: 1 Spielleiter – X Spieler, und der Spielleiter hat auch weiterhin den groben Handlungsbogen und die NSC in seiner Hand, im Detail sorgen aber auch die Spieler mit ihren Fate-Points (Die namensgebende Spielwährung, ähnlich der Bennies von Savage Worlds aber mit wesentlich mehr Einfluß auf das Spielgeschehen.) für kleine Veränderungen in der Geschichte und der Welt.

Soweit eine sehr gesunde Mischung aus alten Strukturen und modernem Regeldesign. Doch FATEs größter Vorteil bringt gleichzeitig ein bißchen Schatten mit sich: Die Regeln wurden (und werden) unter der OGL (mit FATE CORE nun wohl auch unter der Creative Commons License) veröffentlicht.
So können Autoren, Verlage etc. hingehen, die Regeln nehmen und nach ihren Maßstäben modifizieren und erneut veröffentlichen. Grundsätzlich ist das eine total geniale Basis für Kreativität und Weiterentwicklung und bietet viel Raum für Hacks und die Möglichkeit, sich sein persönliches FATE zusammenzuschustern. Jedoch verlor man sich in der Vergangenheit auch in den verschiedenen „Distributionen“ und am Ende gaben die Freiheiten oft mehr Fragen auf als Antworten.

FATE CORE Charakterbogen

FATE CORE Charakterbogen. Copyright © 2012 Evil Hat.

Genau an dieser Stelle setzt FATE CORE von EVIL HAT PRODUCTIONS genau richtig an und bringt Ordnung in das Chaos.
Aus mehr Auswahl wird weniger, die Aspekte werden zusammengekürzt, aus unspielbaren zehn oder mindestens sieben, sind übersichtliche fünf geworden. Mit dem „High Concept“ ist ein klares Charakterkonzept, eine Art Archetyp/Charakterklasse erkennbar, mit „Trouble“ bekommt eine jede Spielfigur auch eine interessante Schattenseite und die restlichen Aspekte bringen durch die Verknüpfung mit den anderen Charakteren eine Basis für interaktives Gruppenspiel mit sich.

Die Fertigkeiten sind überschaubar, und es wird ganz klar dargestellt, was sich aktiv und/oder passiv damit machen läßt, und schließlich werden auch die Stunts etwas weniger und zu ganz besonderen „Specials“, die einem Charakter die gewisse Ecke mehr verleihen.

Das Regelwerk ist mit seinen 300+ Seiten zwar seehr umfangreich, man könnte auch zu umfangreich sagen, doch ist es auch sehr genau in seinen Beschreibungen und gibt neben reinen Regeltexten auch viel Einblick, was FATE eigentlich wirklich ausmacht. Darüber hinaus enthält das Buch jede Menge Beispiele, welche die Regeln sehr verständlich erläutern.

Wer es dagegen nicht so detailliert mag und einfach mal flott loszocken möchte, der kann auf FAE, die FATE ACCELERATED EDITION, zurückgreifen. Dabei handelt es sich um eine schlanke „Lightversion“, inspiriert durch das deutsche FATE2GO, die im Rahmen des Kickstarters quasi als Nebenprodukt mitentwickelt wird.

Abgeschlossen wird das Buch mit Charakterbögen zu den Beispiel-Charakteren, über die zuvor die Regeln verdeutlicht wurden und dem obligatorischen Blättle zum Kopieren.

Eine kleine Anmerkung zum Schluß: Dieses beeindruckende Projekt, hat bereits sämtliche Rollenspiel-Crowdfunding-Rekorde gebrochen! Aber, es gibt noch ein „kleines Stretchgoal“ zu erreichen: DRESDEN FILES ACCELERATED. Es fehlen nur noch wenige Dollar …

 

INFOS zu FATE CORE auf KICKSTARTER:
http://www.kickstarter.com/projects/evilhat/fate-core

INFOS zu FATE in Deutschland:
http://www.faterpg.de/

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1 Antwort

  1. Desmond sagt:

    Ich verfolge das Projekt auch mit großem Interesse aber noch ist Numenera mit Abstand das erfolgreichste PnP Kickstarter Projekt 🙂

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