Nov 262012
 

Leider melde ich mich mit einem etwas traurigen Posting zurück: JR Ewing ist tot!

Der vor allem aus der Kultserie DALLAS bekannte Schauspieler Larry Hagman starb bereits am Freitag im Kampf gegen Krebs.

Es ist schon seltsam, eigentlich kannte ich diesen Menschen ja gar nicht. Die einzige Chance ihn zusammen mit seiner Schauspielkollegin Linda Gray mal live auf der Bühne zu erleben, mit seinen Auftritten zum Bühnenstück LOVE LETTERS (unter anderem im Theater am Aegi in Hannover), verpaßte ich in den 90ern, und auch von seinem Auftritt in der Lindenstraße erfuhr ich erst weit nachdem die Folge ausgestrahlt wurde. Und dennoch mochte ich ich diesen Menschen irgendwie, auch wenn er – zumindest im TV – das weltfieseste Arschloch war.

Geliebter Bösewicht: Larry Hagman als J.R. Ewing, mit Linda Gray (Sue Ellen) (Foto: ddp images)

Wahrscheinlich liegt das daran, daß ich ihm so viele schöne Stunden Fernsehunterhaltung verdanke:

In den späten siebziger Jahren kroch ich heimlich ins Wohnzimmer zurück, um hinter das Sofa gequetscht den neuesten Geschichten von der Southfork-Ranch zu folgen, wenn dienstags um 21.45 die blecherne Titelmusik aus dem Monolautsprecher der großmütterlichen Röhre schallerte. Mehrfach ertappt, war es so natürlich unmöglich, die Serie in Gänze zu genießen.
Doch das konnte ich dann nachholen: In den 90er Jahren wiederholte die ARD im Morgenprogramm die Kultserie (später dann auch den DENVER-CLAN) und so war es dann soweit: DALLAS komplett, von der ersten bis zur letzten Folge – irre, aber auch … kultig. Entweder direkt morgens zum Beginn eines Tages oder auch als Video-Aufzeichnung zum gelungenen Abschluß.

Wahrscheinlich verdanke ich JR EWING alias Larry Hagman meinen Hang zu amerikanischem Frühstück, mit Bacon & Rührei und natürlich den andauernden Bourbon-Durst, vor allem aber verdanke ich ihm einige tausend Minuten Spaß mit einer für mich in vielerlei Hinsicht immer noch ungetoppten TV-SOAP!

Mach es gut, JR, und viel Spaß im Oil-Barons-Club der Ewigkeit!

Mrz 232012
 

“3 18 – it’s the 18th of March … that is today! Something is gonna happen today!!”

 In der neuen amerikanischen Fernsehserie TOUCH spielt Kiefer Sutherland (Jack Bauer aus 24) den Vater des autistischen Jungen Jake. Vor Jahren war Martin Bohm ein erfolgreicher Zeitungsreporter, bis am 11. September 2011 seine Frau beim Terrorangriff auf das World Trade Center in einem der Türme ums Leben kam – seither ging es abwärts mit ihm. Auch ist er mit seinem Sohn überfordert, der nicht spricht, quasi auch noch nie gesprochen hat und der immer gehäufter seltsame Aktionen vollführt wie zB das Erklettern eines Mobilfunkturms. Schließlich schreiten die Behörden ein und Jake muß zur Überwachung in eine Art Heim. Doch auch dort kann man sich aus den Zahlenreihen (entweder in Massen auf Papier gekrickelt oder auch aus Popcorn ausgelegt) keinen wirklichen Reim machen.
Martin gibt nicht auf: Auf seiner Suche nach Hilfe, trifft er auf Arthur DeWitt (Danny Glover, Lethal Weapon et al.), der ein Experte für seltsame Kinderbegabungen zu sein scheint und der ihm erklärt, daß Jake die Strukturen hinter der Realität erkennt – alles läßt sich in einen mathematischen Zusammenhang bringen. Und das ist wohl auch das Schicksal von Jake Bohm: er sieht hinter allen Zahlen Zusammenhänge oder umgekehrt.
In der Pilotfolge geht es ganz konkret um 3-18: Bohms Laptop alarmiert ihn immer morgens um 3:18, Handies klingeln um 3:18, Schulbusse haben die Nummer 318 … 
Martin Bohm scheint schließlich die Zahlenreihen und Diagramme zu verstehen und scheint die wortlose Kommunikation seines Sohns zu verstehen. Natürlich liegt er nicht ganz richtig, und dennoch konnte durch die Verfolgung der 318-Hinweise ein größeres Unglück verhindert werden.

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TOUCH scheint eine der interessanten neuen amerikanischen Serien zu sein, die demnächst starten bzw bereits laufen. Ähnlich wie bei der Serie AWAKE (die mich nach der Pilotfolge nicht ganz so sehr ansprach) ist es ein kontemporärer Background, der mit einem gewissen mystischen Twist versehen wird. Doch im Gegensatz zum neuen Stern am Crime-Serien-Himmel, ist TOUCH übersichtlicher erzählt, ist nicht so wirr, nicht zuletzt durch den überschaubareren Protagonisten-Stamm spannender. Das Thema Autismus, gekoppelt mit dem Phänomen der Fibonacci-Zahlen ist so umfangreich, daß ich mir sehr gut einen überschaubaren Fortgang der Serie vorstellen kann.

Obwohl ich schon ein wenig darauf wartete, daß “Jack Bauer” dem armen Feuerwehrmann oder der Dame vom Jugendamt die Kniescheibe zertrümmert oder die Finger bricht, ist es die leicht melancholische Note Kiefer Sutherlands, welche die Figur Martin Bohm recht authentisch macht. Sohn Jake wird von David Mazouz wunderbar dargesetllt und auch Danny Glover als Professor und Gugu Mbatha-Raw als Mitarbeiterin des Jugendamts spielen gut.

Wer noch Platz hat im Serienkalender, sollte sich TOUCH eintragen – gestern war Serienbeginn.

INFOS zu TOUCH:
http://www.imdb.de/title/tt1821681/

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DVD: Touch (Season 1)